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Ethno::log |
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Dept. of , benthropologist, March 18, 2008 at 5:01:09 PM CET Ein moralisierender Aufruf (gegen das Schulterzucken) Auch hierzulange wählen inzwischen immer mehr Ethnologen und Ethnologinnen die Obtion, als "Berater" mit militärischen Rangabzeichen in den Dienst für Vater Staat zu treten. Während vor allem im englischsprachigen Raum die Zusammenarbeit zwischen Ethnologen und staatlichen Institutionenen (vor allem mit dem Militär oder den Geheimdiensten) rege und ausführlich debattiert wird, hüllt sich die deutschsprachige Ethnologie größtenteils in Schweigen oder verdrängt das Thema wenn angesprochen - wie beispielsweise auf den letzten DGV-Tagungen, wo die Debatten ergebnislos verdrängt bzw. vertagt wurden. Ich meine, es wird langsam Zeit, dass diese Debatte auch hierzulande auf den deutschsprachigen Ethnologie-Konferenzen in größeren oder kleineren Runden durch sachliche Auseinandersetzungen mit dem Thema erfolgen und öffentlich und auf nationaler wie internationaler Ebene kritisch Stellung bezogen wird. Und selbst wenn keine gemeinsame und allgemein gültige Stellung bezogen werden kann, so sollten zumindest die kontroversen Positionen öffentlich dargestellt werden. Dabei stellen sich u.a. die folgenden Fragen:
Zum Teil zeugt die momentane passive Haltung vieler deutscher Vertreter unseres Fachs zu diesem Thema von einer deutlich zu spürenden Lähmung, sich nationalen und internationalen Debatten um wichtige Ziele wie zu vertretende ethische Grundlagen und die Beschäftigung mit gesellschaftlich relevanten Themen mit Hilfe der uns zur Verfügung gestellten Methoden verantwortungsvoll zu stellen. Diese nicht nur im Seminarraum, sondern auch in der Öffentlichkeit zu formulieren und durchzusetzen, sollte ein ständiges Leitbild unseres Fachs sein. Wer sich neben den oben genannten Links weiter informieren möchte: Auf dem Forum der MASN-Website www.movinganthropology.org finden sich einige Informationen, Debatten, sowie weiterführende Links zu den Themen Anthropology&Military, HTS, deutsche Ethnologie und Action Anthropology im allgemeinen. ... Comment
lekke m., March 19, 2008 at 7:34:38 AM CET
Ob man die Politik seines Landes unterstuetzt oder nicht, und ob man gegegenenfalls auch militaerisch mitarbeitet, ist nicht unbedingt eine Frage der akademischen Ausbildung, sondern der persoenlichen Ueberzeugung. Und wenn man davon ueberzeugt ist, dass man ein menschenrechtsverletzendes Regime (nur als Beispiel) auch militaerisch bekaempfen muss, warum soll man dann nicht auch sein ethnologisches Wissen diesem Ziel dienbar machen? ... Link
iglu01, March 20, 2008 at 4:27:26 PM CET
Nicht nur eine persönliche Frage
Das ist so nicht richtig. Das ist nicht nur eine persönliche/politische Frage. Viele Ethnologen fürchten, dass ihre Arbeit durch die Kollaboration von Ethnologen mit dem Militär, CIA etc gefährlicher wird oder erschwert wird. Denn Ethnologen werden nun leicht als potentielle Spione angesehen. Ohne Vertrauen keine Feldforschung. Siehe frühere Beiträge The dangerous militarisation of anthropology und "No wonder that anthropology is banished from universities in the 'decolonized' world" ... Link
zephyrin, March 23, 2008 at 12:08:24 PM CET
Notwendige Debatte
Die von benthropologist geforderte Debatte ist absolut notwendig, unumgänglich und dringlich, meiner Ansicht nach. Die Betonung liegt auf "Debatte," denn das Theme ist ein nicht-trivialer Komplex, welcher nicht mit Pauschalaussagen beantwortet werden kann. Ich fürchte, es gibt hier keine one-for-all Lösungen—vielmehr müssen konkrete Fälle und Szenarien durchleuchtet werden. Für die Pro- und Contra-Seite existieren jeweils eine ganze Reihe von Argumenten, die auf ihr Zutreffen in konkreten Fällen hin durchleuchtet werden müssen. Das Argument, die Zusammenarbeit von Ethnologen mit dem Militär, würde Arbeitsfeld und -möglichkeiten für andere Ethnologen einschränken, halte ich, gelinde gesagt, für ein sehr schwaches. Es geht an den dramatischen und grundsätzlichen ethischen Problematiken vollkommen vorbei. ... Link
benthropologist, March 25, 2008 at 7:09:01 PM CET
Es passiert was (?)
Nachtrag zu meinem obigen Kommentar: Grade eben habe ich dieses Call for Papers zu einem DGV Workshop “Zum Stand der Forschungsethik in der deutschsprachigen Ethnologie” gesehen: http://www.dgv-net.de/tl_files/dokumente/20080404CFPEthikerkl%C3%A4rung.pdf seien wir gespannt (oder besser, fahren wir hin!) ... Link
lekke m., March 31, 2008 at 9:56:13 AM CEST
Ethnologen koennten eine Rolle spielen bei der Befriedung von Buergerkriegen, deren Konfliktlinien haeufig entlang "ethnischer" Grenzen verlaufen. Hier unsere Expertise ins Spiel zu bringen halte ich persoenlich fuer weit weniger unethisch als sich zu einer weiteren Debatte in den Elfenbeinturm zurueck zu ziehen. Wenn wir unser Wissen nicht problemorientiert zur Anwendung bringen, was sind wir dann anderes als Spione, die auf der Grundlage fremder Lebensumstaende ihre eigenen akademischen Ambitionen verfolgen? ... Link
zephyrin, April 9, 2008 at 3:42:42 PM CEST
Militärische Rolle von Ethnologen
Harte Worte, aber nicht unberechtigt. Ja, "Ethnologen koennten eine Rolle spielen bei der Befriedung von Buergerkriegen," wenn man sie lässt. Präziser, wenn ihre jeweilige Stellung mit ausreichend Autorität, oder gar Weisungsbefugnis versehen ist. Wie ich an anderer Stelle schon 'mal versucht habe zu erläutern, ist es zweifelhaft, ob man das bei einer Funktionsübernahme für das Militär vorfinden wird. Ich teile exakt Deine Ansicht—es wäre obszön, eine Diskussion im Elfenbeinturm konkreten Anwendungen im Dienste des Humanismus vorzuziehen. Wo und wie letztere aber möglich sind, bedarf einer sorgfältigen Klärung ... eine Debatte. ... Link |
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