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Center for Metropolitan Studies Berlin


"Das Center for Metropolitan Studies ist ein interdisziplinäres, international orientiertes Forschungszentrum, das sich historischen und gegenwärtigen Fragestellungen zum Thema Metropole widmet. Das Center hat seinen Sitz an der Technischen Universität in Berlin.
Gegenwärtig liegen die Schwerpunkte des 2004 gegründeten Zentrums auf den Themenbereichen Metropole und Mobilität, Suburbanisierung und Stadtumbau, kulturelle Ökonomien und Innovationsprozesse, Metropole und Sicherheit sowie Integration und Exklusion.
Kern des Center ist das Transatlantische Graduiertenkolleg Berlin – New York. Das Kolleg ist eine Kooperation der drei Berliner Universitäten (Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischen Universität Berlin) sowie der New York University und der Columbia University in New York. Das Kolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Momentan arbeiten 14 DoktorandInnen und zwei Post Docs aus neun verschiedenen Fachdisziplinen und fünf Nationen zu verschiedenen Aspekten der Metropolenforschung."

Spannend an diesem Institut finde ich nicht nur die online Repräsentationen der fünf beteiligten Universitäten (allein die Auswahl der Bilder--visual anth. anyone?), sondern auch aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive, daß sich in Berlin im WS 2006/07 ein neuer Studiengang gebildet hat mit dem interessanten Namen M.A. Historische Urbanistik/Historical Urban Studies und einer Studierenzahl von gegenwärtig 15.

Was anderes--kann mir jemand der anwesenden Ethnologen verraten, warum Ihr Euch auf Malinowski stützt und nicht auf Robert Ezra Park ?


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wer stuetzt sich denn auf malinowski?

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Was hat der Herr getan und was wäre der Grund dass wir und auf ihn stützen könnten/ sollten?

Das, nach flüchtigem überfliegen seinen Artikels in der Wikipedia ethnologisch evtl relevante könnte seine Theorie mit dem melting-pot sein - die aber mE inzwischen schon längt überholt ist.

Und, wir stützen uns u.a. auf die Methode der teilnehmenden Beobachtung, die offiziell von Malinowski eingeführt wurde - oder hab ich da was falsch verstanden... (anthro?)

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Hm. Die Antwort auf die Frage liegt einerseits in der Fachgeschichte. Die Lehre Parks wurde nun mal durch die "introspektive" Soziologie geboren, waehrend Malinowski ein Kind der englischen Kolonialwissenschaft war - Zwei Wissenschaften, die sich meiner Meinung nach Oft nur noch schwach unterscheiden (Schlagt mich!), aber zur Zeit ihrer Entstehung voellig andere Voraussetzung hatten. Wenn man sich also seinen Wurzeln bewusst sein will, beruft man sich nicht auf Park, sondern auf Malinowski.

Was den theoretischen Ansatz betrifft... Ich wuesste keinen Ethnologen, der sich explizit auf Malinowski oder Park bezieht. Die beiden Herren wirkten in den zwanziger Jahren, seitdem hat sich beides Theorie und Methodik tausendmal auf den Kopf gestellt und verbogen. Ich meine, Quantenphysiker berufen sich auch nicht mehr explizit auf Newton, nicht?

Ich sehe aber kein Problem dahinter, sich als Ethnologe mit Ezra Park, Chicagoer Schule oder irgendwas sonst soziologischem zu befassen, wenn man es durch eine ethnologische Linse betrachtet (Was wiederum ne Sache fuer sich ist.) Wie Boas mal sachte: "Everything can be anthropology, if thought about anthropologically."

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Competent as usual, anthronaut. Cheers.

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oh. Kommentare.. cool.

"Was hat der Mann denn getan?"

Gute Frage, justbe. Ich schulde Dir ein Zitat. Habs nicht dabei grad, hijacking someone else's line, nächstmal wenn ich online bin.

"Die Lehre Parks wurde nun mal durch die "introspektive" Soziologie geboren, waehrend Malinowski ein Kind der englischen Kolonialwissenschaft war..

Jo. So weit war ich dann auch schon selbst gekommen, noch bevor sich meine Frage hier artikulierte.

"Zwei Wissenschaften, die sich meiner Meinung nach Oft nur noch schwach unterscheiden (...) "

'Methode' ist eben ein Charakteristikum der Differenzierung von geisteswissenschaftlichen Disziplinen, das nur un zulänglich hinreicht.

Park ist halt auch innerhalb der Soziologie nicht wirklich nachhaltig rezipiert, sonst hätte Girtler nicht solchen innerdisziplinären Aushol- und Legitimationsbedarf in seinem Methoden der Qualitativen Sozialforschung an den Tag legen müssen. Insofern, mit der Berufung auf die Zuordnung zur Soziologie ists nich getan, mein ich. Hinsichtlich meiner Ausgangsfrage, mein ich.

"Ich meine, Quantenphysiker berufen sich auch nicht mehr explizit auf Newton, nicht.."

Genau durch die Physikgeschichte wurde ich u.a. aufmerksam auf diese Art der Fragestellung, nämlich anhand der Frage, wiso sich genau die Kopernikanische Revolution ereignet hat und nicht die von habichvergessenweissaberwenichfragenkann*smile, der relativ zeitgleich zu Kopernikus, soweit ich mich erinnere, nach Maßstäben der Exaktheit eine äquivalente Theorie geliefert hat. Ich komm nochmal hierdrauf zurück, ich sehe den Prof kommenden Freitag.

"Cheers"

Do not beat the Marlboro Man! Gehen Sie nicht über Los. Ziehen Sie Sich zurück in Ihre Ecke und schämen Sie Sich. *gg cheers.

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Nuja, ich mein, die Frage war ja, wieso sich Ethnologen auf Malinowski und nicht auf Park beziehen. Die Antwort ist: Sie beziehen sich auf niemanden, hauptsaechlich auf sich selber und auch nur das unter Vorbehalt. Unter den Ethnologen herrscht der unerschuetterliche Aberglaube, dass ein eindeutiger Bezug auf irgendeine Tradition dazu fuehrt, dass ihnen der Kopf platzt oder Spinnen aus den Ohren schluepfen, die beissen oder mit kleinen, elektrischen Pfeilen schiessen.

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Na es gibt etwas, das nennt man Fachgeschichte oder auch die Geschichte einer wissenschaftlichen Disziplin. Ein zutreffenderer Ausdruck wäre Fachnarrativ bzw. Narrativ einer wiss. Disziplin.

"Die Antwort ist: Sie beziehen sich auf niemanden, hauptsaechlich auf sich selber und auch nur das unter Vorbehalt."

hm. Das gilt aber nicht für verschriftlichte veröffentlichte Publikationen. Definitely.

@justbe, Park schrieb schon 1925, "Der Anthropologie, die Wissenschaft vom Menschen, ging es bisher vor allem um die Erforschung primitiver Völker. Aber der zivilisierte Mensch ist ein ebenso interessanter Forschungsgegenstand (...). Die Methoden der geduldigen Beobachtung, die Ethnologen wie Boas und Lowie (...) entwickelt haben, würden sich noch ertragreicher bei der Erforschung der Bräuche, der Glaubensvorstellungen, der sozialen Praktiken und allgemeinen Lebensvorstellungen in Little Italy oder der Lower North Side in Chicago anwenden lassen, oder beim Aufzeichnen der (...) Lebensweise der Bewohner des Greenich Village (...).

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Warum stützt sich Park auf Boas und Lowie, und nicht auf Rivers?

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Und wer ist Lowie?

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Warum stützt sich Park auf Boas und Lowie, und nicht auf Rivers?

Na, das liegt wohl massgeblich daran, dass Franz Boas der "Vater" der US-amerikanischen Ethnologie war und die britische social anthropology ein Paralleluniversum bildete, bis die Rivers-Schueler Radcliffe-Brown (ab 1931) und spaeter Malinowski dort dozierten. Rivers wurde m.E. damals in den USA einfach noch nicht rezipiert, Boas (und sein Schueler Lowie) hingegen schon.

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